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Atypischer Gesichtsschmerz

Woran erkenne ich, dass ich unter atypischem Gesichtsschmerz leide?

Meist handelt es sich um einen einseitigen Gesichtsschmerz, der anfangs nur gelegentlich vorhanden war, im Lauf der Zeit aber in einen Dauerschmerz übergegangen ist. Selten wird er von einschießenden Schmerzattacken begleitet. Die Stärke ist wechselnd, die Schmerzen werden als brennend, bohrend, stechend und klopfend angegeben. Die neurologischen Untersuchungen sind normal, nur gelegentlich kann es zu Missempfindungen, Überempfindlichkeit oder Taubheitsgefühlen der Haut kommen. Manchmal ist das Gesicht leicht geschwollen und/oder gerötet. In seltenen Fällen gibt es Schmerzauslöser oder -verstärker, wie Sprechen, Kauen, Kopfbewegungen oder Wetterwechsel.

Welche Ursachen kann der atypische Gesichtsschmerz haben?

Unter atypischem Gesichtsschmerz versteht man Schmerzen im Gesicht für die bisher keine körperliche Ursache zu finden ist. In 90% der Fälle sind Frauen betroffen. Bei 2/3 der erkrankten Menschen sind depressive Verstimmungen zu beobachten.

Da der atypische Gesichtsschmerz in vielen Fällen nach Eingriffen im Gesicht (Zahn- und Kieferbehandlungen) auftritt, wird eine (Mikro-)Schädigung der peripheren Nerven vermutet. Allerdings muss der Betroffene schon vorher unter einer erniedrigten Schmerzschwelle des Trigeminusnerv gelitten haben, so dass die Miniverletzungen der o.g. Eingriffe zu einer Übererregbarkeit der Gesichtsnerven und zu dauerhaften Schmerzen führen. (Dies sind bislang nur Vermutungen). Man weiss aber, dass alle weiteren Zahn-/Kieferbehandlungen, die nicht dringend notwendig sind (wie z.B. bei einem vereiterten Zahn) die Schmerzen immer weiter verstärken.

Was kann man gegen den atypischen Gesichtsschmerz tun?

Wichtig sind unauffällige Untersuchungen vom HNO-Arzt, Neurologen, Zahnarzt und Kieferorthopäden.

  1. Keine weiteren Eingriffe durchführen lassen (s.o.)!
  2. Sich nicht sozial isolieren, weiter Kontakt zu Freunden halten, ins Restaurant, Kino, Theater gehen.
  3. Es ist keine gefährliche Krankheit, deshalb versuchen, weiter zu arbeiten. Ablenkung und soziale Integration (verbunden mit einem regelmäßigen Gehalt) schützen Sie vor Einsamkeit und der Konzentration auf Ihren Schmerz.

Unser Therapieangebot:

  1. Geeignete Medikamente gegen Ihre Schmerzen finden (was manchmal etwas Zeit dauert)
  2. Schmerzbewältigungstechniken mit Ihnen erarbeiten
  3. In manchen Fällen Elektrotherapie (TENS)
  4. Gelegentlich Injektionen an spezielle Nervenknoten oder Infusionen mit schmerzlindernden Medikamenten
  5. Gegebenenfalls eine Depression behandeln
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